Ein WLAN Teppich für die Innenstadt

on Freitag, 15 Juli 2016. Posted in Aktuelles

JU stellt Umfrage zu Hotspot Standort vor – Antrag an OB: Stadt soll Ausbauplan erarbeiten

Bis Anfang 2016 soll die Innenstadt komplett mit öffentlichem WLAN versorgt sein – das hatte Finanzminister Dr. Markus Söder bei der Eröffnung des Volksfestes im vergangenen Jahr angekündigt. Vier WLAN-Hotspots wurden dann im Dezember am Stadtturm eingerichtet – mehr freies Internet ist zurzeit noch nicht verfügbar. Weil selbst dieses Netz „nicht reibungslos“ funktioniere und die Stadt das öffentliche WLAN rasch weiter ausbauen solle, hat die Junge Union (JU) einen Antrag an Oberbürgermeister Markus Pannermayr gestellt sowie unserer Zeitung eine Umfrage über mögliche Standorte der nächsten Hotspots vorgestellt.

„1009 Stimmen sind bei unserer Umfrage abgegeben worden“, erklärt JU-Chef und Stadtrat Michael Hien. An der Umfrage habe man sich über Facebook beteiligen können, JU-Kreisgeschäftsführer Sebastian Ingerl kümmerte sich um die Umsetzung.

Ab März war die Abstimmung zwei Monate lang geöffnet, am Dienstag legten Hien und Ingerl die Ergebnisse unserer Zeitung vor: Mit rund 20 Prozent der Stimmen wünschten sich die meisten Teilnehmer den Bahnhof als nächsten Ausbauort.

„Das hat uns etwas überrascht“, sagt Hien, „aber wenn man darüber nachdenkt, ist es wenig verwunderlich.“ Schließlich kämen jeden Tag zahlreiche Schüler und Pendler mit dem Zug in die Stadt. „Die Überlandbusse fahren auch vor dem Bahnhof ab, da warten Schüler schon mal eine Dreiviertelstunde und wollen ins Internet“, meint Hien. Das könnte man weiterdenken, schlugen die Jungpolitiker vor, und den Weg der Pendler und Schüler vom Bahnhof in die Stadt komplett mit freiem WLAN decken. „Vom Bahnhof über Bahnhofstraße und Steinergasse bis zum Stadtturm könnte man eine WLANSchneise einrichten“, meint Ingerl.

Das wäre auch für den Weg von der Schiffsanlegestelle zum Stadtplatz denkbar, für die nur gut vier Prozent der Nutzer gestimmt haben. „Für das Stadtmarketing wäre das eine Chance“, sagt Ingerl, „weil man bei Touristen prima mit kostenlosem WLAN werben und ihnen bei der Ankunft gleich eine Willkommensnachricht auf das Smartphone senden könnte.“ Außerdem würden Touristen aus den USA öffentliches WLAN wie selbstverständlich erwarten, sagt Hien.

Für die Option „Donau – beim Adler“ stimmten elf Prozent. „Die Donau wird für WLAN noch interessanter, wenn der Campus der Hochschule dort ausgebaut wird“, meint Hien. Das Eisstadion und das Aquatherm landeten auf Platz zwei und drei. „Ein Nutzer schlug auch das Krankenhaus vor“, berichtet Ingerl. Andere wollen WLAN in allen Stadtbussen, „das wäre machbar, in Landshut gibt’s das bereits“, sagt Hien. Die Vertreter der JU wollen vor allem in der Innenstadt flächendeckendes öffentliches WLAN, einen „Teppich“, wie sie es nennen. Darum hat die JU am Dienstag einen Antrag an OB Pannermayr gestellt, der unserer Zeitung vorliegt. Sie fordern die Stadt darin auf, „ihre bisherigen Aktivitäten im Hinblick auf den Ausbau des öffentlichen WLANs“ darzulegen. Zudem soll ein Ausbauplan erarbeitet werden.

Nicht nur auf die Abdeckung öffentlicher Gebäude und Plätze soll die Stadt laut Antrag achten, sondern auch eine „enge Kooperation mit den Gewerbetreibenden“ anstreben. „Das Ziel muss sein, einen Wifi-Teppich in der Innenstadt zu knüpfen.“

Johannes Burgmayer, Pressesprecher der Stadt, teilt auf Anfrage zum aktuellen Stand des Ausbaus mit, die Vorbereitung für die flächendeckende Versorgung von Ludwigs und Theresienplatz sei weitgehend abgeschlossen. „Es wurden zum Beispiel Tiefbauarbeiten erledigt sowie Leerrohre für die Anbindung der Access-Points mit Glasfaser an den Hauptverteiler verlegt, der sich im Rathaus befindet“, lässt sich Burgmayer zitieren.

OB Pannermayr habe den Antrag in einem Vorgespräch begrüßt, sagt Hien. Vielleicht schon im Herbst könne sich der Stadtrat damit befassen.